VORTRÄGE - Heraldisch-Genealogische Gesellschaft ADLER
Ankündigung Symposion 2026
„500 Jahre Mohács – Heraldik, Genealogie und symbolische Ordnungen im Wandel“
Die Heraldisch‑Genealogische Gesellschaft ADLER lädt im Jubiläumsjahr 2026 zu einem zweitägigen Symposion ein, das die vielschichtige Wirkungsgeschichte der Schlacht von Mohács beleuchtet. Die Veranstaltung widmet sich den Entwicklungen in Heraldik, Sphragistik, Vexillologie und Genealogie seit 1526 – jenen Bereichen, in denen politische Umbrüche besonders eindrucksvoll sichtbar werden.
Univ. Prof. i. R. Dr. Georg Scheibelreiter analysiert in seinem Vortrag bei der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft ADLER Karl Mays literarische Konstruktionen im Kontext der Völkerpsychologie des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Darstellung englischer Aristokraten als Spiegel und Kontrast deutscher Selbstbilder. May formt seine Figuren als Träger kollektiver „Volksseelen“ und moralischer Ideale, die nationale und soziale Typologien verkörpern. Der Vortrag zeigt, wie Mays Abenteuerwelt kulturelle Hierarchien, Geschlechterrollen und koloniale Denkfiguren reflektiert. Damit wird Karl May als Chronist bürgerlich-aristokratischer Weltbilder und mentaler Selbstverortung seiner Epoche neu lesbar.
Im Workshop zeigen wir, wie man mit Wappenschlüsseln den Namen hinter einem Wappen findet. Der Workshop vermittelt eine Einführung in die Wappenkunde und zeigt anhand von Beispielen, wie man mit Wappenschlüsseln unbekannte Wappen identifiziert. Während klassische Wappenbücher wie der „Siebmacher“ vom Namen ausgehen, führen die von Herbert AUE entwickelten Schlüssel den umgekehrten Weg: vom Wappenbild zum Namen. Bisher liegen folgende Wappenschlüssel vor: Wien und Niederösterreich, Band 1 (1995) und Band 2 (2025), Oberösterreich (2004), Salzburg (2010). Fischnaler (Tirol, 2010), Liber Regius und ungarischer Siebmacher (2022), Rietstap (West- und Mitteleuropa), Rietstap‘s »Armorial general« (2023).
Bringen Sie Ihr eigenes Wappen mit – gemeinsam entschlüsseln wir seine Geschichte!
Was haben Hainburg, Maria Lanzendorf, Bratislava / Poszony / Preßburg und Sopron / Ödenburg gemeinsam? Die Antwort kennt sogar der Wiener Stadtplan: Johann Jacob von Löwenburg - ein Immigrant mit schlesischem Hintergrund, ungarischer Staatsbürgerschaft und Wiener Wohnsitz. Ein ungarischer Adeliger, der Teil eines erfolgreichen Netzwerkes ist, Karriere macht, dreimal heiratet - und es dann doch mit Kaiser Maximilian I. halten muss: "Wer ime in seinem leben kain gedachtnus macht, der hat nach seinem tod kain gedächtnus und desselben menschen wird mit dem glockendon vergessen ..." Das trifft auf diesen Österreich-Ungarn durchaus zu: Ein Finanzbeamter, der als überzeugter Katholik in verschiedenen Kirchen Stiftungen macht, beruflich zwischen Wien und Kosice / Kassa / Kaschau wirkt - und dann ausgerechnet bei den Protestanten nicht vergessen wird. Wie eine persönliche Tragödie zur Stiftung nicht nur einer Internatsschule führte - auch so kann man zum Bildungspionier werden.
Was bewegte die Kirche dazu, den Pfarrern eine "Buchführung über die Seelsorge" (Matrikenführung) vorzuschreiben? Wir machen uns heute keine Vorstellung mehr davon, welche Bedeutung das Kirchenrecht in einer Gesellschaft besaß, die sich mit der "Christenheit" identifizierte. "Vollbürger" in einer solchen Gesellschaft war, wer ehelich geboren war - für einen "Kegel" waren die Möglichkeiten oft deutlich eingeschränkt. Das Eherecht hatte dementsprechend eine weit höhere Bedeutung als heute, vor allem seine Regelungen über Ehehindernisse und die - heute deutlich weniger bedeutsamen - Dispensmöglichkeiten. Im Rahmen der katholischen Reform fasste das Konzil von Trient die katholische Lehre neu zusammen und brachte auch Neuerungen, so etwa bei der Eheschließung. Die Konzilsbeschlüsse wurden in ganz Europa umgesetzt, aber nicht sofort.
Die Mandatarie Graz der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler" verfügt über einen nennenswerten Bestand an sogenannten Kartonfotos und "Carte de Visite" des 19. und 20. Jahrhunderts. Darunter befinden sich zahlreiche Werke bekannter Fotografen ihrer Zeit, wie der beiden Hoffotografen, des Grazers Leopold BUDE (1840-1907) und seines Wiener Kollegen Carl PIETZNER (1853-1927). Jeder der etwas auf sich hielt, ließ sich damals fotografieren. Da es nicht billig war, sind vor allem Vertreter des Adels und des gehobenen Bürgertums unter den "Abgelichteten" vertreten, aber auch Mitglieder der ländlichen Bevölkerung, die sich den letzten Bissen vom Munde abgespart hatten, um einmal in ihrem Leben vor einem "Herrn Photographen" sitzen zu dürfen!
Das Barock, heute als eine europäische Stilepoche, die zwischen dem 30-jährigen Krieg, der Türkengefahr und den Habsburgischen Erbfolgekriegen angesiedelt wird. Eine Zeit zwischen Gegenreformation, dem Streben das Reich Gottes auf Erden zu erschaffen und der Vernunft der Aufklärung. Die "Österreichische Barockarchitektur" erlangte Europäische Bedeutung, der im Barock ausgelöste Bauboom zieht sich durch alle Orte und Stände. Wie wirkte sich diese Epoche auf Hof, Adel, Kirche, Stadt und Bürgertum aus?
Obwohl der deutsche und insbesondere der preußische Adel im Verlauf des 19. Jahrhunderts aufgrund umwälzender wirtschaftlicher Veränderungen gesamtgesellschaftlich an ökonomischer Bedeutung verloren hatte, verfügte er nach wie vor über ein herausragendes symbolisches und auch politisches Kapital. Dieses hatte durch die Einigungskriege sogar noch an Bedeutung gewonnen. So erschien es vor allem für viele bürgerliche Aufsteiger höchst attraktiv, durch eine Nobilitierung in diesen Stand aufgenommen zu werden. Im Gegensatz zu dem vor allem in Württemberg und Bayern verliehenen Personaladel war der Adel in Preußen erblich.
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Georg Gaugusch beendet nach 25 Jahren umfassender Archivrecherche sein genealogisches Standardwerk zu den »Jüdischen Familien Wiens« mit 4 umfangreichen Bänden. Der Vortrag »Jüdische Eliten in Wien« beleuchtet die Auswirkungen des Toleranzpatents Joseph II., der zum Aufstieg des jüdischen Bürgertums zwischen 1800 und 1918 in der Habsburgermonarchie führte, schneidet die Vernetzung der Familien untereinander an und gibt Einblicke in die Protagonisten der Gründerzeit und ihren Ringstraßenbauten. Der Bogen schließt sich mit einem lebhaften Porträt des jüdischen Großbürgertums, dessen Anteil am wirtschaftlichen, kulturellen und intellektuellen Leben außergewöhnlich hoch war und zur Identität des Vielvölkerstaates wesentlich beitrug.
Der kaiserliche Hof in Wien stellte bis zum Ende der Monarchie ein politisches und kulturelles Zentrum der Habsburgermonarchie dar, wo Politik, Verwaltung und familiäre Netzwerke des Adels zusammentrafen und miteinander interagierten. Mit dem Vortrag soll ein zuletzt in der Forschung bedeutsamer Aspekt in den Blick genommen werden: Die Mechanismen dynastischer und höfischer Politik eröffneten Frauen viele Handlungsmöglichkeiten. Diese reichten von der Vernetzung der Familien des höfischen Adels über Eheschließungen bis zu repräsentativen Aufgaben und konnten auch politische Einflussnahmen beinhalten. Einige dieser Handlungsfelder werden im Vortrag an konkreten Beispielen dargestellt.
Unsere Vorträge beim "Adler" setzen wir am Do, 16.11.2023, um 18:00 Uhr mit unserem Mitglied, dem erfolgreichen Unternehmer Peter Augendopler und dem Thema "Was war Brot in der Gründungszeit des Adler" fort.
Es geht neuerlich um das Jahrzehnt 1870 – 1880. Und, es geht um ein Thema aus dem Alltag. Sicherlich haben viele damals das Brot zu Hause gebacken. Aber für die städtische Bevölkerung musste die alte Zunft der Bäcker Brot anbieten. Wir haben dazu die Frage an einen Fachmann gerichtet.
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Es ist ein politisch interessantes Jahrzehnt - vom 25. November 1871 bis zum 15. Februar 1879 - in dem Adolph Auersperg Ministerpräsident der österreichischen Hälfte der k. k. Monarchie führt. Von Grundspannungen zwischen liberalen und klerikalen Vorstellungen, Auseinandersetzungen mit Böhmen führen diese Jahre durch Weltausstellungen in Wien samt Cholera bis zum Streit mit Budapest über die Teilung der Finanzen.
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Wien war und ist die untergegangene Habsburgermonarchie im Kleinen. Das ungarische, tschechische oder italienische Wien ist nicht nur an seinen kulinarischen Köstlichkeiten und sprachlichen Relikten, sondern auch in seinen Denkmälern, Gebäuden und Wappen sichtbar. Wappen sind ein Spiegel der Geschichte und können durch ihre verdichtete Symbolik auf vielfältige Weise von Menschen, Institutionen oder auch Heldentaten erzählen.
WIEN.ORF.AT-Bericht: "Wappen also Logos für die Ewigkeit"
Der Beitrag wird sich den ungleichen Brüdern und Fürsten des Fürstentums Liechtenstein, Johann (1840–1929, II. der Gute 1858–1929) und Franz (1853–1938; I. 1929–1938), widmen, die beide zu den bedeutendsten Mäzenen, Kunstsammlern sowie Denkmalschützern ihrer Zeit zählten. Dabei soll vor allem der Anteil von Franz herausgearbeitet werden, der bezüglich der Kunstsammlung und des Mäzenatentums immer im Schatten seines ältesten Bruders stand.
Kein anderes Zeitalter hat Wien so nachhaltig verändert wie die Gründerzeit. Nicht umsonst spricht man von einem Goldenen Zeitalter. Die Ringstraße wurde mit öffentlichen Gebäuden und Kulturbauten bebaut, aber auch Palais und Zinspalästen wurden hier errichtet. Die alten Vorstädte wurden überbaut und aus den Vororten wurden neue Stadtteile. Die industrielle Revolution, die Aufhebung der Grundherrschaften und der Bau eines Eisenbahnnetztes waren die Voraussetzung für dieses gewaltige Stadtwachstum. Getragen wurden diese Veränderungen von herausragenden Persönlichkeiten, manche von Ihnen sind heute vergessen.
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Das Ende der Donaumonarchie im November 1918, brachte nicht nur den katastrophalen Zusammenbruch jahrhundertelang gewachsener geografischer und ethnischer Strukturen sowie einer radikalen und abrupten Änderung der Staatsform und der Verfassung, sondern es bedeutete auch das Ende einer gesellschaftlichen Ordnung, von der insbesondere eine soziale Gruppe betroffen war, die in der heutigen Elitenforschung als sogenannte "Zweite Gesellschaft der Donaumonarchie" zunehmend in den Blickpunkt intensiverer Forschungsarbeit rückt.















